Die Hauptakteure

Wilhelm II (1859-1941), begeistert sich für bildende Kunst und Archäologie. Wie sein Großvater Wilhelm I., den er verehrt, schwärmt er für Mittelalter und die ritterlichen Tugenden. Er betrachtet die, noch sehr junge, Kaiserdynastie der Hohenzollern als legitime Erbin des Throns des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Die Hohkönigsburg eignet sich hervorragend als symbol für diesen Machtanspruch. Einmal im Jahr, meistens im April oder Mai, besucht Wilhelm die Burg bei seinen regelmäßigen Reisen ins Elsass.
Der Architekt Bodo Ebhardt (Bremen 1865-Marksburg 1945) ist ein leidenschaftlicher Burgenforscher. 1898 veröffentlicht er das Werk  Deutschen Burgen in zwei Bänden, und ein Jahr später gründet er einen Verein zur Erhaltung deutscher Burgen. In diesem Sinne bringt er auch die Zeitschrift Der Burgwart heraus, die auf die Restaurierung und Erhaltung mittelalterlicher Burgen hinwirken soll. Ebhardt verfasst unzählige Aufsätze und Bücher zu diesem Thema, u.a. auch sechs Bände über die Burgen  in Italien. Er unternimmt Forschungsreisen durch ganz Europa, besonders als er den Wiederaufbau der Hohkönigsburg vorbereitet. Gleichzeitig bzw im Anschluss an dieses Projekt wird er mit der Restaurierung mehrerer Burgen - Marksburg, Coburg, Grödlitzberg, Landovillers Neuenstein -, der Realisierung eines mit der Wartburg in Einklang stehenden Gebäudes sowie mit einigen Burgenneubauten (Hakeburg, Wommen usw.) beauftragt. Darüber hinaus entwirft er etliche Privatresidenzen, Warenhäuser und Denkmäler. Auch nach 1918 bleibt Ebhardt dem Kaiser treu und besucht ihn in seinem Exil im Niederländischen Doorn.
Vue du donjon - château du Haut-Koenigsbourg en Alsace - France  © Jean-Luc Stadler
Vue du donjon- Château du Haut-Koenigsbourg en Alsace - France © Jean-Luc Stadler
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