„Allerlei Gewächs gegen Zauber und Übelkeit, aber auch zur Verzückung und zum Verweilen“

Führung durch den mittelalterlichen Garten der Hohkönigsburg © château du Haut-Koenigsbourg - Hohkönigsburg, Elsass, Frankreich

"Rendez-vous im Garten": Am 6. und 7. Juni 2015 können Besucher den mittelalterlichen Garten der Hohkönigsburg mit allen Sinnen entdecken    

Welche war die beliebteste Blume im Mittelalter? Welche Pflanze wurde als "Einfache" bezeichnet? Welche Pflanzen waren als "Hexenpflanzen" bekannt? Beim "Rendez-vous im Garten" der Hohkönigsburg vom 6. bis 7. Juni 2015 bekommen Sie Antworten auf diese Fragen und können live erleben, wie die Gärten zur Zeit der Ritter aussahen, welchen Zwecken sie dienten und welche Pflanzen bevorzugt angebaut wurden.

 

Im 15. Jahrhundert fand der Pflanzenanbau meist vor den Burgmauern statt. Es wurden einheimische Wildpflanzen gesammelt um das Nahrungsangebot zu ergänzen. Die Bepflanzung der Hohkönigsburg basiert auf der Verordnung Karl des Großen (Capitulare de villis), ebenso wie auf den Schriften von Hildegard von Bingen und anderen Werken.

Der Garten der Hohkönigsburg

Der im Jahr 2001 im Rahmen eines pädagogischen Projektes angelegte mittelalterliche Garten der Hohkönigsburg nimmt heutzutage eine Fläche von 500 m² ein. Mehrere Themen werden in dem Garten umgesetzt und zeigen die Beziehungen zwischen den Menschen im Mittelalter und ihrer Umwelt auf. Im Garten ranken sich Rosensträucher und Geißblatt;  Bänke und Schattenplätze laden zum Verweilen ein.

Der Burggarten bietet eine große pflanzliche Vielfalt: mehrere Heilpflanzen, ebenso wie verschiedene Kräuter zum Färben der Kleidung sind vertreten. Im Garten der Hohkönigsburg findet man die am häufigsten angebauten Pflanzenarten im Mittelalter, dazu gehören Rosen, Speiserüben, Pfingstrosen, Erbsen, Minze und viele weitere. Man kann jedoch auch die weniger bekannten Pflanzen bestaunen, unter anderem Pastinaken, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Pimpinellen, Zuckerwurzeln, und Andorn.

Angepflanzt wird hier nur, was auch schon im Mittelalter in Europa heimisch war. Kartoffeln, Tomaten und anderen Arten, die erst nach dem 15. Jahrhundert nach Europa gekommen sind, sucht man also vergebens. Dafür wachsen hier mehr als 120 Pflanzenarten, die auch schon zur Zeit der Ritter angebaut wurden.

Vor dem Garten werden die Besucher von Kräuterelfen der Organisation "Terdeloups" ("Ptit peuples et ses légendes") empfangen, die spielend über ihr Leben in und mit der Natur berichten. Gleich hinter dem Eingang wartet die Ausstellung "Köstliche Gärten des Mittelalters". Anhand von Reproduktionen von Drucken aus dem 16. Jahrhundert wird die Vielfalt der Gärten dieser Epoche aufgezeigt. Die Originale werden in der Humanistischen Bibliothek in Sélestat aufbewahrt, die momentan geschlossen ist, da sie sich im Umbau befindet.

Im Garten selbst zeigen- "Où courtil Eric" und "La SAVA" - den Besuchern, wie man ohne Gebrauch von Pestiziden oder Chemikalien den Garten instand halten kann: Pflanzen, die sich gegenseitig gegen Ungeziefer schützen, Herstellung von Beeteinfassungen aus lebenden Weiden, oder auch der Einsatz eines Komposts stehen hier auf dem Programm.

Die Animateure der Burg bieten Spiele an, die die Besucher entdecken lassen, welche Gemüsesorten bereits im Mittelalter angebaut worden und welche aus der Neuzeit stammen. Außerdem lernen sie getrocknetes Gemüse zu unterscheiden oder welche Pflanzen auch zum Färben von Wolle und anderen Stoffen geeignet sind. Hier kommen alle Sinne zum Einsatz!

Um 13.00 findet eine Führung auf Deutsch statt. Auch im mittelalterlichen Garten selbst ist dafür gesorgt, dass auch den Besuchern aus Deutschland und der Schweiz kein Geheimnis verborgen bleibt.

Praktische Infos

"Rendez-vous im Garten" am 6. und 7. Juni 2015

Samstag von 13.30 bis 17.30 Uhr (um 13.00 findet eine Führung in deutscher Sprache statt), Sonntag von 9.15 bis 17.30 Uhr.

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Führung durch den mittelalterlichen Garten der Hohkönigsburg © château du Haut-Koenigsbourg - Hohkönigsburg, Elsass, Frankreich